Einführung
Die Thrash war die Box, die man kaufte, wenn man bereits ein Mischpult besaß. Zwei Eingänge, eine kräftige Endstufe, keine Menüs, keine App, nichts zum Einstellen an der Rückseite, weil es dort schlicht nichts einzustellen gab. Das war das ganze Versprechen.
Die Thrashv2 behält die Endstufe und bricht mit dem Versprechen. Mackie hat der Einsteigerbox eine DSP-Sektion spendiert, und die Feature-Liste liest sich wie die der Thump v4: Voicings für Flat, DJ, Live und Wedge, ein Feedback Eliminator auf Knopfdruck, Bluetooth-Streaming und drahtlose Kopplung zweier Boxen. Der gearnews-Bericht zum Launch beschreibt es als den analogen Lautsprecher, der DSP bekommt, und genau dieser Tausch findet hier statt.
Spannender ist, was Mackie weggelassen hat, um den Preis zu erreichen, und genau das übersieht man in einer Spec-Tabelle leicht.
Im Einsatz sehen
Mackies eigener Film über das Thrashv2 Duo.
Wichtigste Funktionen und Vorteile
- Vier Voicing-Modi auf einer Hardware-Taste. Flat, DJ, Live und Wedge, per Tastendruck durchgeschaltet und an vier LEDs ablesbar. Keine App, kein Display, kein Handy in der Hand beim Aufbau. DJ hebt Kick und Höhen an, Live betont den Gesangsbereich, Wedge bündelt die Mitten für den Betrieb auf der Seite.
- Feedback Eliminator. Eine Taste, die das Pfeifen aufspürt und herausfiltert. Auf einer kleinen Bühne, wo die Sängerin nirgends anders stehen kann als vor dem Lautsprecher, ist das die Funktion, die ihren Platz verdient.
- Bluetooth-Streaming plus Boxenkopplung. Kurz drücken zum Koppeln des Handys, gedrückt halten zum Verbinden einer zweiten Box, in Stereo oder Dual Mono. Der Mikrofoneingang bleibt aktiv, während ein Playback streamt, und genau das entscheidet bei einer Box mit nur einem Eingang zwischen brauchbarem und unbrauchbarem Setup.
- Mix-Ausgang, der alles weitergibt. Der XLR-Mix-Ausgang gibt das Bluetooth-Signal zusammen mit dem kabelgebundenen Eingang weiter, sodass eine zweite Box in der Kette den Handy-Stream ebenfalls bekommt.
- 1300 W und 129 dB bei beiden Größen. Mackie nennt für die 12er und die 15er dieselbe Endstufe und denselben Max-SPL. Die größere Box bringt mehr Tiefgang, 48 Hz statt 53 Hz, nicht mehr Lautstärke.
- Wedge-Gehäuse, Stativflansch, integrierte Griffe. Dasselbe schlichte Werkzeug wie bisher: auf die Seite legen als Monitor, auf ein T100 Stativ stellen oder auf eine SPM400 Distanzstange über einem Sub setzen. Taschen gibt es separat.
Was sich wirklich geändert hat
Stellt man die v2 neben die Box, die sie ersetzt, ist der DSP nur die halbe Geschichte.
Die Thrash215 brachte 1300 W an einen 15-Zoll-Woofer und einen 1-Zoll-Titan-Kompressionstreiber, nahm zwei XLR/TRS-Eingänge und wog 18,5 kg. Die Thrash15v2 liefert dieselben 1300 W, nennt 3 dB mehr Max-SPL bei 129 dB und ist mit 16,5 kg zwei Kilo leichter. So weit, so gut.
Dann die Eingänge: ein XLR/TRS-Combo statt zwei. Wer bisher Mikrofon und Keyboard direkt hinten in die alte Thrash gesteckt hat, braucht bei der v2 ein Mischpult oder Bluetooth für die zweite Quelle. Mackie führt den Hochtöner außerdem nur noch als 1-Zoll-Hochtöner, während das ursprüngliche Datenblatt einen 1-Zoll-Titan-Kompressionstreiber nannte. Das kann eine reine Formulierungsänderung sein, aber es lohnt sich nachzufragen, bevor man die Höhen für identisch hält.
Auch der angegebene Frequenzgang liest sich schmaler, 48 Hz bis 16 kHz bei der 15v2 gegenüber 38 Hz bis 20 kHz bei der Thrash215. Der alte Wert war bei -10 dB angegeben, und Mackie nennt für den neuen keine Bedingung, also sind die beiden Zahlen nicht direkt vergleichbar. Als echte Änderungen bleiben der DSP, die Zahl der Eingänge und das Gewicht.
Wie sie sich gegen die Thump v4 schlägt
Das ist der Vergleich, der zählt, denn wir führen beide, und der Abstand ist kleiner, als der Preisunterschied vermuten lässt.
Die Thump12v4 kostet 469 € und die Thump15v4 kostet 569 €. Beide bieten 1400 W, dieselben vier SoundCheck Voicings, denselben Feedback Eliminator, Bluetooth und dazu das, was der Thrashv2 fehlt: einen zweiten XLR/TRS-Eingang, einen 3,5-mm-Aux-Eingang, die Modi Music Ducking und Outdoor, drei M10-Flugpunkte sowie die Thump Connect 2 App für EQ- und Mixer-Steuerung vom Publikumsraum aus.
Die Thrashv2 ist also rund 120 € bis 170 € günstiger und bringt die DSP-Funktionen mit, die man in der Probe oder beim kleinen Barkonzert nutzt, ohne die, die man beim mobilen Rig braucht. Wer Boxen fliegt, aus dem Raum heraus per Handy mischt oder zwei Quellen pro Box speist, ist mit der Thump v4 weiter besser bedient. Wer als Band eine PA will, die man einschaltet und die funktioniert, bekommt mit der Thrashv2 jetzt fast alles, was das Upgrade auf die Thump ausgemacht hat.
Galerie
Für wen sie gedacht ist
Eine Band mit Proberaum und einer Handvoll kleiner Gigs, ein Solo-Act mit Mikrofon und einem Handy voller Playbacks, ein DJ auf Geburtstagen und in Bars. Eine Quelle pro Box, alles an der Rückseite eingestellt, nichts zu aktualisieren, bevor die Türen aufgehen.
Wer sich anderswo umsehen sollte: wer zwei Live-Quellen in eine Box bringen muss, ohne ein Mischpult mitzuschleppen, wer Boxen an eine Traverse hängt (es gibt keine Flugpunkte) und wer das System aus dem Raum heraus einstellen will. Alle drei landen bei der Thump v4.
Kurze Specs
- Thrash12v2: 12-Zoll-Woofer, 1-Zoll-Hochtöner, 1300 W, 53 Hz bis 16 kHz, 129 dB Max-SPL
- Thrash12v2 Maße: 614 x 353 x 348 mm, 13,9 kg
- Thrash15v2: 15-Zoll-Woofer, 1-Zoll-Hochtöner, 1300 W, 48 Hz bis 16 kHz, 129 dB Max-SPL
- Thrash15v2 Maße: 691 x 420 x 381 mm, 16,5 kg
- Eingang: 1 x XLR/TRS-Combo mit Mic/Line-Schalter, Gain und Signal-/Overload-LED
- Ausgang: XLR-Mix-Ausgang, führt den kabelgebundenen Eingang und den Bluetooth-Stream
- Drahtlos: Bluetooth-Streaming, kurz drücken zum Koppeln, halten zum Verbinden zweier Boxen in Stereo oder Dual Mono
- DSP: Voicing-Modi Flat, DJ, Live und Wedge, Feedback Eliminator, Overload-Limiter mit LED
- Sonstiges: Stativflansch mit Feststellschraube, Wedge-Gehäuse, integrierte Griffe, Schutzgitter, USB-C nur für Firmware
- Zubehör: T100 Stativ, SPM400 Stange, passende Lautsprechertaschen, alles separat erhältlich
Vor- und Nachteile
- Pro: Das DSP-Kernpaket der Thump v4 für 120 € bis 170 € weniger pro Box
- Pro: Alles ist ein Regler oder eine Taste auf der Rückseite, keine App in der Kette
- Pro: 2 kg leichter als die Thrash215, die sie ersetzt, bei 3 dB mehr angegebenem Max-SPL
- Contra: Ein Eingang, wo die ursprüngliche Thrash zwei hatte
- Contra: Keine Flugpunkte, kein Aux-Klinkeneingang, keine App-Steuerung, kein Ducking- und kein Outdoor-Modus
- Contra: Mackie gibt den HF-Treiber nur als 1-Zoll-Hochtöner an, ohne das Material zu nennen, während das ursprüngliche Datenblatt von einem Titan-Kompressionstreiber sprach
Wo kaufen
Beide Boxen sind vorbestellbar bei Soundium, Auslieferung Oktober 2026: die Mackie Thrash12v2 für 349 € und die Mackie Thrash15v2 für 398 €. Wir lagern die Ware lokal für schnellen und sicheren Versand.
- Kostenloser Versand an Abholstationen ab 149 €
- Kostenloser Kurierversand ab 299 €
- Sicherer Checkout und zinsfreie Zahlung
- Beratung von Leuten, die das Equipment wirklich kennen
Wer die Boxen eher diese Woche als im Oktober braucht: die Thump v4 Serie ist lagernd, die Thump12v4 für 469 €, die Thump15v4 für 569 €, dazu die Thump15Sv4 und Thump18Sv4 Subwoofer, auf denen die Thrashv2 stehen soll. Das komplette Programm findet sich in der Mackie Kollektion.
Fazit
Mackie schiebt DSP seit einigen Jahren die Produktlinie hinunter, und mit der Thrashv2 ist es unten angekommen. Das Ergebnis ist ein Lautsprecher für 349 €, der mit zwei Tasten die beiden Probleme löst, die eine Band ohne Tontechniker tatsächlich hat: Rückkopplung und einen Mix, der nicht zum Raum passt.
Der Preis dafür ist der zweite Eingang, und das ist ein echter Preis, kein Rundungsfehler. Bei der alten Thrash konnten sich zwei Leute einstöpseln und loslegen. Die neue setzt ein Mischpult voraus, oder ein Handy. Ob das ein Rückschritt ist, hängt allein davon ab, ob man das Mischpult schon hat.
Noch unsicher?
Unsicher, ob ihr auf die Thrashv2 warten oder jetzt die Thump12v4 nehmen sollt? Schreibt unserem Team und wir gehen es gemeinsam durch.